Empfehlungen

Empfehlungen für die Umsetzung eines Aktionsplans nach den Prinzipien der VISION ZERO

Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, stellen einen Aktionsplan auf, der einer oder mehreren der nachfolgenden Empfehlungen folgt.

Förderung einer Kultur der Risikoprävention

Hierbei geht es um die Stärkung der Prävention durch die Unterstützung von Verhaltensänderungen der Akteure, im Sinne einer „Kultur“ der Risikoprävention. Das Recht auf ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld wird auf allen Ebenen respektiert: Regierung und Behörden, Arbeitgeber und Arbeitnehmer setzen sich aktiv für ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld ein.

Für das Unternehmen bedeutet dies, alle Präventionsmaßnahmen in einer globalen Strategie zu bündeln und ein Managementsystem für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz einzuführen (z. B. das Label „Sécher a Gesond mat System“, die Norm 45001, den Standard OHSAS 18001, die Norm VCA oder die Sicherheitszertifizierung MASE). Gleichzeitig werden die 7 Goldenen Regeln der VISION ZERO angewandt und propagiert.

Gewährleistung des rechtlichen Rahmens im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, achten darauf, den rechtlichen Rahmen im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz strikt einzuhalten und interne Kontrollen durchzuführen, um die korrekte Anwendung dieses rechtlichen Rahmens sicherzustellen.

Die Umsetzung der VISION ZERO wird von dem Bemühen der Regierung begleitet, die Gesetze im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz permanent zu analysieren und weiterzuentwickeln, um die Verantwortlichkeiten zu klären, den Schutz zu erhöhen und dafür zu sorgen, dass im Fall eklatanter Verstöße gegen die Sicherheitserfordernisse der Arbeitnehmer geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Die neuen rechtlichen Bestimmungen sehen für den Fall der Pflichtvernachlässigung strengere und unmittelbarere Konsequenzen vor. Hinzu kommt eine Wiederbelebung der Inspektionen, Kontrollen und Besichtigungen der Unternehmen, vor allem für Unternehmen mit einer hohen Quote an Arbeitsunfällen sowie für diejenigen, die eine Tätigkeit in einer Risikobranche aufnehmen.

Förderung der Aus- und Weiterbildung

Lebenslange Aus- und Weiterbildung sind zentrale Voraussetzungen, um die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Für Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, geht es darum, langfristig die Fähigkeit der Mitarbeiter im Bereich Risikomanagement zu stärken, indem es ihnen vermehrt Weiterbildungen im Themenbereich Kernpunkte der Risikoprävention anbietet.

Eine verbesserte berufliche Weiterbildung am Arbeitsplatz ermöglicht die permanente Steigerung des Kompetenzniveaus der Entscheider und der Mitarbeiter des Unternehmens.

Richtiger Umgang mit den neuen Risiken

Die im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beobachteten Trends weisen auf eine Veränderung der Natur der Risiken hin. Heute sind Berufstätige nicht mehr nur mit den „klassischen“ Berufsrisiken konfrontiert, sondern auch mit dem Auftreten von zahlreichen neuen Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit der Arbeit. Neue Technologien, der Übergang in einen sich permanent ändernden Arbeitsmarkt, ergonomische Risiken, die demografische Entwicklung oder psychosoziale Risiken sind Phänomene, die das Leben und die Gesundheit der Arbeitnehmer beeinträchtigen können.

Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, legen den Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf die frühzeitige Erkennung, Identifizierung und Analyse entstehender neuer Risiken sowie auf die Ergreifung innovativer Präventionsmaßnahmen mithilfe von Schulungen, Sensibilisierungskampagnen und koordinierten Präventionsmaßnahmen.

Verstärkte Sensibilisierung der gefährdeten Arbeitnehmer

Um die Zahl der Unfälle von gefährdeten Arbeitnehmern zu senken, verstärken die Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind,  ihre Bemühungen zur Sensibilisierung von:

  • jungen Arbeitnehmern;
  • älteren Arbeitnehmern;
  • Auszubildenden und Praktikanten;
  • Studenten;
  • Leiharbeitnehmern und Subunternehmern.

Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, können ihre Sensibilisierungsbemühungen auf die erhöhten Risiken konzentrieren, die die Anwesenheit externer Mitarbeiter auf dem Firmengelände mit sich bringt (dies gilt auch für Besucher, etwa Kunden, Lieferanten und Dienstleister), oder aber auf unerfahrene Mitarbeiter oder solche, die sich der Risiken, die ihre Arbeit mit sich bringen kann, nicht bewusst sind. Diese Bemühungen schlagen sich in den Prinzipien zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in den Bereichen Empfang, Betreuung, Weiterbildung und medizinische Betreuung nieder.

Verbesserung der Prävention in den Bereichen und Branchen mit hohen Risiken

Eine der Prioritäten von VISION ZERO sind Präventionsmaßnahmen in Aktivitätsbereichen mit hohen Risiken, vor allem in der Baubranche, der Industrie, der Leiharbeit, der Gebäudeausstattung und -technik sowie im Bereich der Risiken im Straßenverkehr.

Zur Sensibilisierung für die Risiken im Straßenverkehr kann das Unternehmen Module der Kampagne „Trajet, sécurisons-le!“ oder anderer Initiativen einsetzen, die zum Ziel haben, die Anzahl und vor allem die Schwere von Verkehrsunfällen zu reduzieren.

Ferner wird zu gezielten Aktionen in folgenden Bereichen geraten:

  • bei risikobehafteten Arbeitsplätzen, etwa das Führen von Maschinen, Arbeiten in der Höhe, Betätigung von Maschinen in der Industrie, Elektroarbeiten sowie Forst- und Landwirtschaftsarbeiten;
  • bei bedeutenden Risiken in der Industrie, etwa in Lagerräumen und Einrichtungen, in denen es zu schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen kommen kann (Unternehmen, die unter die SEVESO-II-Richtlinie fallen);
  • bei Risiken für Berufskrankheiten, etwa durch gefährliche Stoffe (Staub und Mineralfasern, krebserregende Stoffe oder Mutagene sowie alle anderen am Arbeitsplatz auftretenden Schadstoffe), Lärm und Vibrationen, die Erkrankungen des Bewegungsapparats, des vegetativen Nervensystems, des Herz-Kreislaufsystems oder der Lungen verursachen können;
  • bei psychosozialen Risiken.

Individuelle Gestaltung der Kommunikation

Einer der Grundpfeiler der VISION ZERO ist die Modernisierung des Managements und der Bereitstellung relevanter Informationen, die der Prävention dienen. Die Website www.visionzero.lu ist eine Kommunikations-Plattformen zum Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Hierdurch wird es möglich:

  • das Konzept VISION ZERO zu verbreiten, indem individuell gestaltbare Kommunikationsmittel zur Verfügung gestellt werden;
  • Informationen schnell und landesweit zu aktualisieren;
  • beste Praktiken in den Unternehmen zu identifizieren und mithilfe von gezielten Kommunikationskampagnen vorzustellen;
  • das Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz einer breiten Öffentlichkeit sowie in den Unternehmen bekannt zu machen, um eine Veränderung der Mentalität bei allen betroffenen Akteuren hervorzurufen.

Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, sollten zum Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz intern und extern kommunizieren.

Messung und Bewertung der erzielten Ergebnisse

Unternehmen, die der VISION ZERO beigetreten sind, messen regelmäßig die Ergebnisse ihrer Aktionen hinsichtlich der festgelegten Ziele und sehen gegebenenfalls Anpassungen vor, um ihre Ergebnisse permanent zu verbessern.

Auf nationaler Ebene veröffentlicht die AAA regelmäßig Statistiken zu Arbeitsunfällen, um eine angemessene Kontrolle der Umsetzung der VISION ZERO sicherzustellen. Beste Praktiken der Unternehmen werden auf der Website www.visionzero.lu zugänglich gemacht. Alle diese Maßnahmen erlauben eine Bewertung der Verwirklichung der gesetzten Ziele sowie der Effizienz der nationalen Präventionsmaßnahmen und der unternommenen Anstrengungen.

Die VISION ZERO erstreckt sich in einer ersten Phase auf die Jahre 2016 bis 2022. Eine erste Bilanz der VISION ZERO wird im Verlauf des Jahres 2020 gezogen.

Empfehlungen VISION ZERO

Empfehlungen für die Umsetzung eines Aktionsplans nach den Prinzipien der VISION ZERO